Samstag, 19. Februar 2011

Nachtrag: Chilly Gonzales’ „Piano Talk Show“

Am Valentinstag hatte ich ein ganz besonderes Date. Er, ich, sein Piano – es hätte so schön sein können! Doch leider musste ich ihn mit vielen Leuten teilen. Genauer gesagt: Mit dem Publikum des Volkstheaters München. Klar, es geht hier nicht um ein romantisches Tete-à-tete, sondern um Chilly Gonzales und seine „Piano Talk Show“.
                           
Für alle, die den Mann nicht kennen, obwohl der „Hype um ihn immer größer wird“, wie ich unlängst las: Der jüdische Kanadier ist so eine Art Singer-Songwriter-Rapper aus dem Dunstkreis der Sängerin Feist und lebt nach einem Zwischenspiel in Berlin gerade in Paris. Er rappt intelligent, mit Wortwitz, aber auch mit einer ordentlichen Anzahl an Four-Letter-Words.

München ist sein letztes Tour-Konzert der „Now Legendary Piano Talk Show“, und das gibt er natürlich auch in seinem „now legendary“ kariertem Bademantel. Was er in der Show so macht? Ziemlich genau das, was der Titel verspricht: er spielt Piano und redet. Zum Beispiel über sein Treffen mit Drake, der einem Großteil seines Publikums erstaunlich unbekannt ist („You guys know Drake?“ Ich: „Yeah!“ Publikum: Still. „You guys know Li’l Wayne?“ Publikum: Noch stiller. „Come on, you can’t tell me that you don’t know Li’l Wayne! Rap Music is the music of the moment, if you don’t know Rap music you are old!“) und der eins seiner Stücke auf einem Mixtape ziemlich dreist eingebunden hat, ohne Chilly als Verfasser zu nennen. Und was macht ein Singer-Songwriter-Rapper, wenn ihm so was passiert? Genau, er schreibt einen Song darüber!

Leider konnte ich dazu kein Video finden, daher gibt es hier ein Interview mit Chilly über seine musikalischen Einflüsse zu sehen:

Er hat aber auch den Song für die neue iPad-Werbung geschrieben, deren Tonfolge er stolz dem Publikum vorspielt: „That’s fuckin’ genious!“ Publikum: Wenig begeistert. „Come on, if it’s good enough for Steve Jobs, it’s not good enough for you?“ Erst, als er den Song mit iKlavier und ordentlich Bass auf dem iPad vorspielt, zusätzlich noch auf dem Piano klimpert und dazu singt, gehen die Leute ab.

Hier könnt ihr reinhören:



Ab dem Punkt hat Chilly Gonzales das Publikum, lässt seine Fans für sich singen, was entfernt an Ol’ Dirty Bastard erinnert („Shimmy Shimmy Ya"), ruft einen Zuschauer auf die Bühne und lässt ihn Klavier spielen, während er selbst mit seinen Füßen auf der Klaviatur herumturnt, verrät indirekt, dass Helge Schneider im Publikum sitzt und spielt drei Zugaben, unter anderem ein 80ies-Medley, für das er sich auf den Boden setzt: „Lower position fort his kind of music! It’s not my own music, but some kind of gift from me to you!“

Schließlich verlässt er die Bühne, Standing Ovations. Das letzte Wort in diesem Artikel soll Chilly Gonzales haben: „I am bition.“

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