Donnerstag, 7. April 2011

Konzert: Lykke Li in der Muffathalle

Jeden Monat versuche ich, etwas wirklich Schönes für mich zu machen, auf das ich mich freuen kann. War das im März Prag, ist es im April das Konzert von Lykke Li. Im Februar hatte ich mir schon das Ticket gesichert, gestern war es dann endlich so weit! Die Schwedin beehrte die Münchner mit einem Konzert in der ausverkauften Muffathalle.





Ich war optimal vorbereitet: Schwedenstyle-Outfit aus Maxirock, Kurztop und fetter Kette plus „Wounded Rhymes“ auf Repeat – wäre doch gelacht, wenn ich mir da als „Lykk-e-like“ keinen heißen Schweden aufreißen kann! Doch leider war das Publikum U20 und großteils weiblich mit dem üblichen hochgezwirbelten Dutt auf dem Kopf, ganz so wie ihn Lykke Li in ihrem „Little Bit“-Video trägt. Etwas enttäuscht nuckelte ich an meiner Weißweinschorle und wartete auf den Showbeginn, der von Stroboskop-Gewitter, tiefen Bässen und jeder Menge Nebelschwaden eingeleitet wurde. Zu den ersten Takten von „Jerome“ betrat dann auch Lykke Li herself die Bühne: Wie üblich ganz in Schwarz gekleidet, die Haare vorm Gesicht, hatte sie eindeutig mehr Energie und mehr Temperament als so mancher Fan im Publikum.

Darüber war Lykke Li, anders als ihr Name vermuten lässt, nicht so richtig glücklich. „Munich, you’re allowed to dance!“, beschwerte sie sich. Das nahmen dann vor allem die zwei neben mir stehenden 2-Meter-Männer, die anscheinend unsterblich in die Schwedin verliebt waren, ernst, während die Dutt-Mädels lieber den ganzen Auftritt filmten, um ihn anschließend auf ihren Blog zu stellen (vermute ich). Nach einer Stunde war die Show vorbei. Und was für eine Show: Mal macht Lykke Li auf kleines, unschuldiges Mädchen, dann wieder auf arrogant und sexy, Mantel über die Schultern, ein paar Mal die Hüften gekreist, den hautengen Catsuit gezeigt, Mantel wieder hoch, Ausdruckstanz und wirklich eine perfekte Live-Performance inklusive Headbanging und Schläge auf das Becken. Nein, nicht ihres, sondern das des Schlagzeugs.

Zwischendurch immer wieder Stille und Angst, dass sie jetzt wirklich keinen Bock mehr auf die ganze Scheiße hat und von der Bühne verschwindet. Immerhin gab es dann doch drei Zugaben, darunter auch mein Lieblingslied „Sadness Is A Blessing“. Danach trottete die Stylermeute nachhause. Fazit: Zwar keine Schmetterlinge im Bauch durch einen heißen Schweden wie John, dafür aber Gänsehaut-Momente dank Schwedenmusik.



PS. Ich finde ihre Stimme live um einiges besser, als es hier in dem Video rüberkommt. Aber vielleicht war ich auch nur von den ganzen visuellen Reizen so abgelenkt, dass ich das nicht richtig gehört habe?

1 Kommentar:

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