Dienstag, 3. Mai 2011

Kunsthalle München: Orientalismus in Europa

Was Tiffany's für Holly Golightly, ist für mich die Münchner Kunsthalle: Ein Ort, in dem alles in Ordnung ist und in dem ich mich einfach wunderbar wegträumen und in andere Welten abtauchen kann. Diesmal habe ich am letzten Asstellungstag "Orientalismus in Europa" besucht. Ich setze den Audioguide auf, drücke auf 100 und schon geht es los ... ewig könnte ich mich in der Kunsthalle herumtreiben, die Bilder bis in die letzte Einzelheit studieren und der orientalischen Musik lauschen.

Besonders gefallen hat mir dieses Bild:


Es ist von Lawrence Alma-Tadema und zeigt den "Tod des Erstgeborenen". Ja, ich weiß, ein dramatisches Thema, wie kann mir das also gefallen? Ich mag einfach die Stimmung, die dunklen Farben, die Diener im Hintergrund, die wie Geister aussehen ... zudem hing es in München in einem wunderschönen Rahmen mit Hieroglyphen. Diese Stimmung und wie der Maler sie zum Ausdruck bringt, so das sie vom Betrachter verstanden wird, das ist in meinen Augen eine Meisterleistung.

Ein anderes wunderschönes Bild, das mit seinem Zauber gefangen nimmt, ist die "Liegende Odaliske" von Jean-Joseph Constant-Lawrence. Es zeigt im Wesentlichen eine barbusige Frau, die blass auf einem Diwan mit rotem Samt liegt. Ich bin ja ganz und gar kein Fan von nackten Frauen, die dann als "Kunst" bezeichnet werden (da sieht man mal wieder, dass ich aus der engstirnigen Arbeiterklasse stamme), aber dieses Bild ist so so so toll! Wie der Samt glänzt, wie der Künstler den Lichteinfall herausgearbeitet hat, wie blass die Haut ist, wie rund das kurvige Fleisch, wie selbstverloren die Odaliske daliegt ... Überhaupt unterscheidet sich dieser Raum der Ausstellung, der unter dem Titel "Haschisch&Harem" steht, vom Rest. Die Wände sind hier türkis gestrichen, was einen tollen Kontrast zu den goldfarbenen Bilderrahmen schafft. Hier sind die wildesten westlichen Malerträume von Vielweiberei und Drogenkonsum versammelt, was mir das ein oder andere Schmunzeln entlockte ...

Besonders gefallen hat mir auch das Zitat aus einer Reportage, die ebenfalls im Rahmen der Ausstellung zu sehen war. Darin ging es um einen Araber, der das Europa des 19. Jahrhunderts erkundet und bemerkt: "Die Männer unterstehen ihren Frauen, sie müssen tun, was diese von ihnen verlangen, egal, ob die Frau hässlich ist oder hübsch!" Hahahahaha selten so gelacht :))

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