Dienstag, 14. Juni 2011

Barfuß auf Nacktschnecken

"Barfuß auf Nacktschnecken" wollte ich mir eigentlich schon ewig anschauen. Zum Glück lief er noch im Theatiner, einem niedlichen kleinen Kellerkino, zu dem eine Treppe im 50er-Jahre-Stil führt, an deren Ende ein Kiosk mit Prosecco wartet.


PIEDS NUS SUR LES LIMACES : BANDE-ANNONCE HD von baryla

Im Film selbst geht es eigentlich um ein trauriges Thema, die Mutter von Lily (Ludivine Sagnier) und Clara (Diane Kruger) stirbt. Der Tod der Mutter bringt die beiden Schwestern wieder näher zueinander, auch, wenn die ordentliche, korrekte, vernünftige Clara ihre liebe Mühe mit der abgedrehten Lily hat, die sich wie ein Kind benimmt, über Wiesen springt, Schuhe aus überfahrenen Tieren macht und in einem Schuppen auf dem Gelände des Hauses ihrer Eltern wohnt.

Der Film selbst ist niedlich, manchmal etwas nervig, etwas vorhersehbar und alles in allem natürlich ein fantastisches Märchen zum Träumen und zum Schwelgen in den tollen Bildern, dem leichten Sommerflirren, mit dem Fabienne Berthaud die Geschichte erzählt. Valérie Delis hat ds Szenenbild gestaltet, der den Film so wunderbar verspielt macht. Und natürlich regnet es keinen Tag im französischen Hochsommer, natürlich bricht Clara am Ende aus ihrer überkorrekten Welt aus, natürlich ist das keinesfalls die Realität ... und was wäre, wenn doch? Der Film ist ein Plädoyer dafür, ab und zu ein bisschen barfuß auf Nacktschnecken zu gehen.

"Sind die Zwänge unserer Erziehung, die Werte, die man uns einbläut - Geld, materieller Wohlstand, Erfolg im Beruf, Vernunft in Herzensangelegenheiten usw. - nicht allzu oft Schuld an unserem Unglück?" (Fabienne Berthaud)

PS: Und wer wie ich das tolle Lied aus dem Trailer sucht, hier ist es:

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